St. Matthias-Bruderschaft

Wir sind eine der vielen Bruderschaften, vornehmlich beheimatet am Niederrhein, die die alte Tradition des Pilgerns und Verehrens des Hl. Apostel Matthias aufgergriffen haben. Diese Praktik der Volksfrömmigkeit geht bis in das Jahr 1402, der vermutlich ersten Wallfahrt, zurück.

1987 fanden wir uns als Fußpilgergruppe zusammen. Unser Ziel war von Anfang an einmal jährlich zum Grab des Hl. Matthias nach Trier zu pilgern. Es ist ein dreitägiger Fußmarsch, den wir jeweils am Donnerstag nach Pfingsten in Ripsdorf bei Blankenheim beginnen.

Nach Monate langen, arbeitsintensiven Vorbereitungen fand unsere erste Fußwallfahrt Ende Mai 1988 statt. Gerne blicken wir auf die Jahre zurück, in denen wir Weggemeinschaft probieren und festigen konnten.

Nach zehn Jahren waren wir entschlossen unseren Rahmen zu festigen und gründeten mit 19 Mitgliedern eine St. Matthias-Bruderschaft, die im Mai 1997 feierlich in die Erzbruderschaft zu Trier aufgenommen wurde. In der Abtei St. Matthias ist unser Anknüpfungs- und Bezugspunkt.

Unsere Gemeinschaft, die sich im schützenden Rahmen der St Antonius-Gemeinde Wickrath bewegt, gelang es zu einer größeren Gruppe anzuwachsen, die sich in der Altersspanne von 16 bis zu 80-jährigen in einem glücklichen Miteinander bewegt. 

Darüber hinaus sind wir dankbar und ein wenig stolz auch äußere Zeichen unserer Intention zu setzen. So wurde im April 1999 mit reger Beteiligung der Pilger durch unseren Pastor, Herrn Röring, unser Pilgerkreuz im Lampertstal - bei Ripsdorf - eingeweiht. Es steht an einem wunderschönen Platz im Naturschutzgebiet und lädt zu einem lohnenden Spaziergang ein.

Im August 2001, zum 15-jährigen Bestehen der Gruppe, wurde in einem feierlichen Gottesdienst der Bildstock mit der Figur des Hl. Matthias und der Bruderschaftskerze in der Seitenkapelle unserer Kirche eingerichtet. Die Figur des Heiligen, nach der Barockfigur im Portal der Basilika gestaltet, erwarben wir im Klosterladen der Abtei und schafften auf diese Weise erneut Bezug zum Apostelgrab.

Wege teilen und miteinander unterwegs sein

Es ist nicht nur die Fußwallfahrt nach Trier, sondern wir laden auch zu weiteren Zusammenkünften mit den verschiedensten Inhalten über das Jahr zum Miteinander ein.

Seien Sie herzlich willkommen uns kennen zu lernen. 

Ihre Ansprechpartner:

Renate Zimmermanns-Aretz (Vorsitzende), Tel. 02166 / 51824
Gisela Pruß (Geschäftsführerin), Tel. 02166 / 53173
Hans Waerder (Brudermeister), Tel. 02166 / 89042

In diesem Zusammenhang verweisen wir auf unseren Veranstaltungskalender!

Wer war der Heilige Matthias?

Drei Jahre lang zählte er zu den vielen Jüngern, die Jesus von Nazareth auf seinen Wanderungen durch Galiläa, Samaria und Judäa folgten. Zunächst zählte er nicht zu den Zwölf. Das ist der Grund, warum kein Evangelist etwas über seine Abstammung und seinen Beruf berichtet. 

Nach dem Selbstmord des Judas wurde das Los über die Nachfolge geworfen. Die Wahl sollte zwischen Barsabas und Matthias fallen. Die übrigen Apostel hatten ihn vorgeschlagen. Nach einem feierlichen Gebet fiel das Los auf Matthias. 

Fortan übernahm er den Missionsauftrag die Lehre Christi zu verbreiten. Sehr bald scheint er Jerusalem verlassen zu haben, denn in den Verhandlungen zwischen Paulus und den Aposteln wird er nicht mehr erwähnt.

Die Legende will wissen, dass er bei seiner Predigtreise durch Äthiopien den Märtyrertod starb. Er wurde mit dem Beil erschlagen. Deshalb ist er, wie auch unsere Figur des Heiligen in der Seitenkapelle, stets mit einem Beil dargestellt. Über den Weg seiner Reliquien von Äthiopien nach Trier ist viel gefabelt worden.

Wir sehen voll Bewunderung, dass er seine besten Jahre in der Gefolgschaft Jesu verbrachte und schließlich sein Leben für ihn ließ. Bis heute gilt ihm unsere Verehrung. Wir, die wir jährlich den Pilgerweg zu seinem Grab nach Trier unter die Füße nehmen, folgen seinem Beispiel nach und richten so manche Fürbitte an ihn.

Matthiasfigur in der Seitenkapelle der St. Antonius-Kirche („Vos amici mei estis“ = „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage“)
Matthiasfigur in der Seitenkapelle der St. Antonius-Kirche („Vos amici mei estis“ = „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage“)